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12.12.2006

Zuckerrübenernte

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Den gewachsenen Zuckerertrag bis in die Fabrik zu bekommen und damit die höchste Wirtschaftlichkeit zu sichern, ist zentrales Ziel bei der Organisation und Durchführung der Zuckerrübenernte. Bereits bei der Festlegung der Rodefolge der Zuckerrübenfelder werden dazu die Weichen gestellt. Neben Befahrbarkeit und Folgenfruchtbestellung ist vor allem der zu erwartende Ertragszuwachs einzelner Schläge entscheidend.
Schläge mit geringem Zuwachs sind zuerst zu roden.
Besondere Aufmerksamkeit erfordert die schonende und saubere Ernte der Zuckerrüben, da hier ein erhebliches Verlustpotential schlummert.

Bei der Ernte werden die Zuckerrüben maschinell entblättert und geköpft, anschließend gerodet und die mit aufgenommene Erde über mehrere Reinigungsaggregate absiebt.
Die Rüben werden in einem Bunker gesammelt, zum Feldrand transportiert und dort, zumeist in großen Mieten, bis zum Abtransport in die Zuckerfabrik zwischengelagert.

Der Rübenkopf enthält neben nur geringen Saccharosegehalten (Zuckergehalt) vermehrt Inhaltstoffe, die die Zuckerausbeute behindern, so genannte Melassebildner wie Kalium, Natrium und Amino-Stickstoff.
Daher ist großer Wert auf eine einwandfreie Köpfarbeit zu legen.
Amino-Stickstoff wird bei der maschinellen Feldarbeit durch Verteilen des kleingeschlagenen Rübenblattes auf der Oberfläche, oder durch Blattablage zwischen die Reihen als Nährstoff dem Boden zurückgeführt.
Jede Rübenfuhre wird bei Anlieferung in der Zuckerfabrik bezüglich ihres Anteils an Rübenköpfen und Blattresten beurteilt. Unzureichend geköpfte Rüben werden entsprechend des prozentualen Anteils des Rübenkopfes mit Abzügen belastet.
Des Weiteren wird auch die mitgelieferte Erde durch Schätzung oder Waschprobe ermittelt und vom Nettogewicht der Fuhre abgezogen.

Die richtige Einstellung der Erntemaschine entscheidet über deren Köpf- und Rodequalität als auch über die Lagerfähigkeit der Rüben. Werden Mängel wie z.B. Verletzung der Rüben oder zu viel anhaftende Erde rechtzeitig erkannt, lässt sich die Rodequalität oft mit nur wenigen Handgriffen bzw. durch Anpassung der Arbeitsgeschwindigkeit deutlich verbessern. Hierbei bietet das LIZ-Schema Rodequalität eine einfache Beurteilungsgrundlage. Vorausschauendes Handeln bei der Rübenernte und Mietenanlage hält Verluste gering und schont den Boden.

Die eingesetzte Erntetechnik verfügt über höchsten technologischen Standard und gewährleistet eine zügige Ernte auch unter schwierigen Bedingungen. Grundsätzlich wird unterschieden in gezogene oder selbstfahrende Maschinen mit unterschiedlicher Anzahl gleichzeitig geernteter Rübenreihen ( 1 bis 6- reihig ) sowie nach Kombination der Ernteschritte in einem oder zwei Arbeitsgängen. ( einphasiges oder absätziges Verfahren )

Auf mehr als 2/3 der Anbaufläche ( regional auch > 90% ) werden die Rüben heute durch Selbstfahrende 6- reihige Rübenvollernter gerodet. Diese ermöglichen durch hohe Mobilität, Wendigkeit und schnelle Betriebsbereitschaft auch in Gebieten mit kleineren Feldstücken hohe Flächenleistung. Je nach Ladevolumen des Bunkers sammeln diese Rübenroder die komplette Erntemenge mindestens einer Feldlänge bis zum entladen am Feldrand oder die Rüben werden während des Rodens auf ein separates Transportfahrzeug überladen. Das Verfahren des Überladens ist vor allem bei großen Feldlängen vorteilhaft und erhöht die Hektarleistung der Erntemaschine.


Beim zweiphasigen bzw. absätzigen Verfahren werden in einem ersten Arbeitsgang die Rüben zunächst geköpft, gerodet und in einem Schwad auf dem Feld abgelegt. Dieser Rübenschwad wird dann im zweiten Schritt mit einem Bunkerlader aufgenommen, der die Rüben am Feldrand in eine Miete ablegt.

Kleinere, einreihige oder zweireihige gezogene Erntemaschinen kommen heute vor allem in Anbaugebieten auf max. 10 % der Rübenanbauflächen, vornehmlich zur alleinigen Nutzung im Einzelbetrieb, zum Einsatz.

Die hohe Schlagkraft und die Investitionskosten bedingen, dass gerade 6- reihige Zuckerrübenvollernter und die selbstfahrenden Reinigungslader,
weitgehend überbetrieblich eingesetzt werden.
Neben den örtlich etablierten Lohnunternehmen werden diese Maschinen immer häufiger auch durch die sich bildende Rodegemeinschaften und
Verlade- und Transportgemeinschaften von den Landwirten selbst angeschafft
und betrieben. Die Landwirte sichern sich damit die Einflussnahme auf die Rode- und Transportlogistik und deren Kosten. Die überbetriebliche Ernte ermöglicht zudem Flexibilität bei der Einsatzplanung der Ernte- und Verlademaschinen, so dass Boden- und Witterungsverhältnisse soweit wie möglich berücksichtigt werden können. Darüber hinaus verhindern breite Reifen bei neueren Erntemaschinen die Bildung tiefer Spuren.

Die zahlreichen bereits zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten und das Innovationspotenzial der Maschinenhersteller tragen wesentlich dazu bei, die Erntetechnik noch rüben- und bodenschonender zu gestalten.